30.09.2025

Zehn Jahre nach Paris: Globale Mobilität fordert Verantwortung

Eine Gruppe von Menschen winkt in die Kamera.

240 Teilnehmende aus 31 Ländern, 33 Sessions, ein gemeinsames Ziel: Verantwortung (accountability) für Klimaschutz im Verkehr übernehmen. Die Transport and Climate Change Week 2025 sendete ein starkes Signal für das kommende Jahrzehnt.

Im September 2025 wurde Berlin erneut zum Treffpunkt der internationalen Verkehrsgemeinschaft. Zehn Jahre nach dem Pariser Abkommen versammelten sich 240 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zur 8. Transport and Climate Change Week. Das Motto gab die Richtung vor: „Time to Be Accountable – Erfolge sichtbar machen, Transformation vorantreiben.“

Organisiert mit Unterstützung der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) hat sich dieses jährliche Flagship-Event zu einer zentralen Plattform für Klimaschutz im Verkehrssektor entwickelt. Über die Jahre hat die IKI Fachleute und Entscheidungstragende aus aller Welt zusammengebracht, um voneinander zu lernen, Ideen auszutauschen und Partnerschaften für eine klimaneutrale Verkehrszukunft zu schmieden.

Fokus 2025: Verantwortung und Transformation

Die Transport and Climate Change Week 2025 konzentrierte sich auf vier zentrale Ziele, die jeweils einen eigenen Thementag zugeordnet waren:

  1. das System verstehen und kartieren,
  2. bewährte Strategien sichtbar machen,
  3. klare Ziele visualisieren,
  4. Verantwortung stärken.

Regionale Vielfalt war ein Markenzeichen der diesjährigen Ausgabe: Teilnehmende kamen aus Afrika, Asien, der Karibik, Lateinamerika, dem Nahen Osten, Ozeanien und Südosteuropa. Der Austausch über Kontinente hinweg machte deutlich: Verantwortung im Verkehr ist eine globale Herausforderung.

Die Woche war geprägt von Panels und Expertensitzungen zu den vier Schwerpunkten. Die Themen der Trainings reichten von der Regulierung umweltfreundlicher Fahrzeuge über die Dekarbonisierung des informellen Verkehrs und den Ausbau von E-Bussen bis zur Finanzierung nachhaltiger Mobilität.

Geschichten des Wandels aus Afrika und Lateinamerika zeigten, wie vielfältig die Wege zur Transformation sein können.

Symposiumstag: Aufruf für das nächste Jahrzehnt

Der Symposiumstag öffnete die Veranstaltung für ein breiteres Publikum. Hochrangige Diskussionen über Klimaziele bis 2035, globale Wertschöpfungsketten und maritime Innovation unterstrichen eine einfache Tatsache: Ob E-Busse oder Schifffahrt – Transformation ist global und sektorübergreifend.

Besondere Aufmerksamkeit erhielten die Worte von Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, die Teil des hochrangigen Panels „Targeting Transport Decarbonisation: What Is Needed up to 2035?“ war.

Sie bezeichnete den Verkehrssektor als „einen der dringendsten Bereiche“ für den Klimaschutz und erinnerte an das Pariser Abkommen als Meilenstein und Versprechen zugleich. Rechenschaft bedeute, Ergebnisse zu liefern: Nationale Klimaschutzbeiträge (NDCs) seien die Grundlage für internationale Unterstützung und Investitionen. Ziele müssten nicht nur angekündigt, sondern in den nächsten fünf Jahren durch konkrete Maßnahmen erreicht werden. Zudem betonte sie: „Verkehr ist auch eine soziale Frage“ und forderte einen gerechten Wandel.

Von Daten zu Entscheidungen: IKI-Projekte teilen Best Practices

Über Panels und Expertensitzungen hinaus stand die Transport and Climate Change Week 2025 im Zeichen von Austausch und Lernen auf Augenhöhe. Intensivtrainings, regionale Dialoge und Networking-Formate boten den Teilnehmenden Raum, Erfahrungen zu teilen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.

Die IKI-Community nutzte die Gelegenheit umfassend: Das „IKI Transport Implementers’ Meeting“ diente als zentrale Plattform, um Wissen auszutauschen, voneinander zu lernen und neue Ansätze für nachhaltige Mobilität zu entwickeln.

In diesem Jahr lag der Fokus auf Monitoring-, Reporting- und Verification-(MRV-)Systemen – also entscheidenden Instrumenten, um Transparenz und Rechenschaft in klimafreundlichen Verkehrsinitiativen zu gewährleisten. Rund 20 Teilnehmende diskutierten, wie MRV-Systeme institutionelle Kapazitäten stärken, Partnerschaften fördern und die Grundlage für skalierbare Lösungen sowie klimafokussierte Investitionen legen können.

Praktische Beispiele, darunter Einblicke aus dem Projekt Low Carbon Sea Transport, verdeutlichten den Nutzen. Best Practices reichten von digitalen Tools bis hin zu partizipativer Datenerhebung und zeigten, wie MRV-Systeme sowohl technische als auch soziale Dimensionen der Dekarbonisierung des Verkehrssektors unterstützen können.

Auch Herausforderungen wie Datenlücken, begrenzte institutionelle Kapazitäten und der Bedarf an langfristiger Finanzierung wurden diskutiert. Die Gespräche machten eine zentrale Botschaft deutlich: MRV-Systeme sind mehr als technische Instrumente – sie sind entscheidend, um nachhaltigen, klimafreundlichen Verkehr voranzubringen und sicherzustellen, dass Projekte messbare Wirkung erzielen.

Highlights jenseits der Sessions

Im Mittelpunkt der Transport and Climate Change Week stehen kollegiales Lernen und Austausch. Die Teilnehmenden nahmen an 1,5 Tagen mit vier parallelen Intensivtrainings teil. Das Format bot Raum, um Praxisfälle zu bearbeiten, Erfahrungen über Regionen hinweg zu teilen und Kompetenzen für beschleunigte Transformation aufzubauen.

Dieses interaktive Format förderte offenen Dialog, half, Erfahrungen aus verschiedenen Regionen zu verbinden, und machte gemeinsame Lösungen für die Dekarbonisierung des Verkehrs sichtbar. Um diese Momente festzuhalten und breiter zu teilen, wurden täglich Video-Zusammenfassungen produziert, die zentrale Diskussionen und Interviews hervorhoben und den Austausch über Berlin hinaus verlängerten.

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Eine globale Gemeinschaft des Handelns

Am Ende der 8. Transport and Climate Change Week stand eine klare Botschaft: Verantwortung muss das kommende Jahrzehnt leiten. Mit Unterstützung der IKI zeigte die Woche, dass der Verkehrssektor eine Führungsrolle auf dem Weg zu Netto-Null-Emissionen übernehmen kann – vorausgesetzt, messbare Ziele, geteilte Verantwortung und gemeinsames globales Handeln stehen im Mittelpunkt.

Die Gespräche gehen 2026 weiter, wenn die Transport and Climate Change Week in einem virtuellen Format zurückkehrt, um die weltweite Beteiligung auszuweiten. Mit Unterstützung der IKI bleibt die Veranstaltung ein zentraler Knotenpunkt für Verantwortung, Austausch und die Transformation des Verkehrs weltweit.

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Kontakt

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Transport and Climate Change Week 2026

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Die IKI will maximale Wirkungen für den Schutz des Klimas und der Biodiversität erreichen. Dazu konzentriert sie die Förderaktivitäten auf priorisierte Handlungsfelder innerhalb der vier Förderbereiche. Ein weiteres zentrales Element ist die enge Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnerländern, insbesondere mit den Schwerpunktländern der IKI.

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Meldungen zum Projekt

Blaues Banner mit der Aufschrift 'Transport and Climate Change Week 2024'. Ein gepunkteter Weltkartenhintergrund zeigt vernetzte Knotenpunkte mit gelben Kreisen. Veranstaltungstermin: 4. bis 8. November 2024, online.
03.12.2024

„Connecting the Dots“ - die Transport and Climate Change Week 2024

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25.09.2023

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